Embedded World 2008: Eclipse in der Forschung

Von Wolfgang Neuhaus

Der aktuelle Trend Werkzeuge auf Basis von Eclipse ist nun endgültig auch bei den forschungsnahen Instituten angekommen. Auf der Embedded World zeigen die Fraunhofer Institute für experimentelles Software Engineering und für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik gleich drei Eclipse-basierte Ansätze, die Qualität eingebetteter Systeme zu verbessern.
Das Werkzeug SAVE ermöglicht einen SOLL/IST-Vergleich zwischen einer Referenzarchitektur und der tatsächlich realisierten Architektur. Dies auch über mehrere Produktvarianten hinweg. Dabei werden unterschiedliche Implementierungssprachen unterstützt. Als Eclipse-Plugin realisiert fügt es sich leicht in bestehende Toolketten ein.
Vergleichbar ist der Ansatz mit dem, was man heute im Werkzeug Sotograph von Software Tomography findet.
Natürlich ist es aus unserer Sicht noch besser, wenn Architekturverletzungen durch modellbasierte Entwicklungsprozesse bereits proaktiv verhindert werden. Für vorhandene Codebasen aber sicherlich ein interessantes Werkzeug.
Design-Richtlinien und ihre Auswirkungen auf nicht-funktionale Eigenschaften von Software ist die Spezialität von INProVE. Durch INProVE werden /Matlab/Simulink oder ASCET-SD Modelle analysiert und hinsichtlich Echzeitverhalten, Speicher- oder Energieverbrauch bewertet. Damit lässt sich der Aufwand für manuelle Modellinspektionen drastisch reduzieren und Schwachstellen werden automatisiert aufgedeckt. Auch INProVE ist als Eclipse-Plugin realisiert.
Aus unserer Sicht ein sehr schönes Beispiel, wie man von Modellen jenseits der Codegenerierung profitieren kann.
Als letzter Vertreter ist EvoTEST zu nennen. Hier werden evolutionäre Algorithmen verwendet, um einen Blackbox-Test automatisiert zu optimieren. EvoTEST wird im Rahmen eines EU-Projekts entwickelt ebenfalls als Eclipse-Plugin entwickelt und befindet sich noch in einer frühen Phase.
Diese Entwicklung zeigt, dass Eclipse als die Plattform für durchgängige Werkzeugketten weiter an Bedeutung gewinnt. Das Angebot an guten, leistungsstarken Komponenten nimmt weiter zu und führt für den Kunden zur Möglichkeit, Werkzeuge in einem Best-of-Breed Mix zu kombinieren.
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Tags: EvoTEST, INProVE, Embedded World, itemis, Eclipse
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Embedded World 2008: AJAX ab auf den Microcontroller

Von Andreas Mülder

Die Firma AJAXup aus Österreich stellt auf der Embedded World eine GUI-Technologie vor, mit der es möglich ist, grafische Benutzerschnittstellen für Embedded Systems in Form von HTML Seiten zu entwickeln. Der wesentliche Vorteil dieser Art von Benutzerinteraktion besteht in der Portierbarkeit der GUI-Software, da diese sich auf dem Gerät selbst befindet.
Auch wenn dieser Ansatz nicht völlig neu ist - man kennt diese Herangehensweise z.B. von Routern – geht AJAXup noch einen Schritt weiter und ermöglicht asynchrone Kommunikation zwischen Benutzer und Device, was die Entwicklung von reichhaltigen, grafischen Oberflächen ermöglicht, und das bei nur geringen Anforderungen an die zugrunde liegende Hardware.
Am Messestand finden sich konkrete Implementierungen der Technologie für ein ZigBee-Einchipmodul und einen Atmel Atmega32 samt Smartcardchip.
Die Showases zeigen unter anderem eine GUI samt Verlaufsdarstellung für Feuchtigkeit, Helligkeit und Temperatur, die man sich dank http auch auf einem Ipod touch anzeigen lassen kann und sind in jedem Fall einen Blick wert!
Zurzeit gibt es einen Developer Call – interessierte Firmware Gurus werden als Partner gesucht um die Technologie auf weiteren Hardwareplattformen bereitzustellen.
Zu finden ist AJAXup in Halle 10, Stand 124 oder unter http://www.ajaxup.com.
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Tags: AJAXup, Embedded Systems, itemis, Embedded World
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Embedded World 2008: Nie wieder booten?

Von Patrick Schneider

Auf der EmbeddedWorld werden auch am heutigen dritten Messetag wieder die neuesten Trends und Entwicklungen der Embedded Gemeinde diskutiert. Ein aktuelles Thema ist die Entwicklung eines neuen Speichertyps von Physikern der Würzburger Julius-Maximilian-Universität.
Diese arbeiten daran, die Vorteile von ROM und RAM zu vereinen und der leidigen Zeit, die ein Rechner auf Grund der 2 getrennt arbeitenden Speichersysteme für das Hochfahren benötigt, den gar aus zu machen.
Mal eben Mails checken
Wer kennt das nicht. Ich bin seit langem mal wieder mit meiner Freundin zum Essen beim Italiener um die Ecke verabredet, hänge bis zur letzten Minute vor dem Rechner, ignoriere „also ich bin fertig“ Andeutungen, fahre den Rechner gerade runter, da fällt mir ein Mist, ich muss ja noch unbedingt nachgucken wie der Spieltag der zweiten Kongolesischen Eishockeyliga gelaufen ist.
Also, während der Rechner noch quälend langsam alle Programme beendet der demonstrativ laut den Schlüssel einpackenden Frau „sofort, 30 Sekunden noch“ zugerufen, wieder hochfahren, wieder warten bis die magnetisch gespeicherten Informationen in den elektronisch arbeitenden Speicher geschaufelt werden, warten auf das OS, Browser starten und und und...
Bis ich die Ergebnisse endlich auf dem Screen habe (Yakindu hat mal wieder gewonnen) ist es längst ruhig im Flur, die Freundin weg und eine Woche Wiedergutmachung angesagt.
Um dieses (und weitere) Fiasko zu vermeiden, arbeiten die Würzburger Forscher daran einen Speicher zu entwickeln, der zum einen direkten und extrem schnellen elektronischen Zugriff auf die gespeicherten Informationen ermöglicht, zum anderen die Daten beim Abschalten des Rechners aber auch nicht verloren gehen lässt. Das Hochfahren des Rechners nach dem Einschalten würde damit in Zukunft der Vergangenheit angehören, sofortiges Weiterarbeiten machbar.
Träger der Informationen sollen sog. „ferromagnetische Halbleiter“ sein. Diese sind in der Lage, sowohl durch Magnetisierungsrichtung Informationen zu speichern als auch direkt in Computerchips integriert zu werden (Im Gegensatz zu aktuell benutzten ferromagnetische Metallen).
Einziger Wermutstropfen dabei: bis zur Handelsreife wird es wohl noch einige Zeit dauern.
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Gesendet von Jens Wagener
@ 01:06 PM MEZ
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